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Tinnitus Ursachen
Unser Wissen über die Ursachen des Symptoms Tinnitus (lat. tinnire: klingen) ist in den letzten Jahren sprunghaft angewachsen. Die Erklärung einer akustischen Phantomwahrnehmung durch das neurophysiologische Modell des Tinnitus stellt seit 1993 einen fundamentalen Fortschritt dar. Erst in den letzten fünf Jahren häuften sich dann die Belege für eine somatosensorische Ursache und Beeinflussung akuter und chronischer Ohrgeräusche. Damit scheint auch den körperbezogenen Therapien wieder ein solides Fundament geschaffen. Dennoch sind Diagnostik und Behandlung von Tinnituspatienten in der ärztlichen Praxis unverändert eine große Herausforderung.
Zwei Gründe drängen sich als Erklärung dieses Umstands in den Vordergrund:
Tinnitus als ein multikausales Symptom entzieht sich mit seiner Komplexität dem Denkmodell einer klinischen Praxis, die auf den Umgang mit einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen ausgelegt ist.
Die verschiedenen Ursachen sind Diagnostik und Therapie nur dann zugänglich, wenn reibungslos und synergieorientiert interdisziplinär gehandelt wird. ...
... Wenige Zentren sind hierfür bisher adäquat eingerichtet.
Die Konsequenz hieraus ist: Nur ein integrativer Ansatz ist erfolgversprechend. Er muss einerseits in der Diagnostik integrativ sein, um so differenziert genug alle Ursachen für Tinnitus zu erfassen. Und er muss andererseits in der Therapie integrativ sein – was im Wesentlichen die interdisziplinäre Betreuung betroffener Patienten meint.
Differenzierte Diagnostik
Bereichert um die beiden jüngsten Ursachenkomplexe für das Symptom Tinnitus (zentrale und somatosensorische Ursachen) führen fünf pathophysiologische Komplexe zur Ausprägung von Ohrgeräuschen.
Cochleär-sensorische Tinnitus - Ursache
Die Annahme, dass Tinnitus auf Fehlfunktionen im Innenohr zurückzuführen ist liegt nahe und war daher auch lange die Einzige. Dies ist der Fall beim cochleär-sensorischen Funktionsverlust. Typisch für diese Störungsform ist das hohe, tonale Ohrgeräusch zum Beispiel beim akuten Hörsturz. Sauerstoffmangel, Durchblutungsstörungen oder autonome Innervationsstörungen werden als Ursachen für den Ausfall der Hörfunktion diskutiert.
Somatosensorische Tinnitus – Ursache
Ein weiterer Entstehungsmechanismus bewirkt, dass über somatosensorische Afferenzen eine Irritation im Nucleus cochlearis dorsalis erfolgt. Auditorische Afferenzen mischen sich dort mit Signalen der Körperwahrnehmung es kommt nach heutiger Vorstellung zu einer Weiterleitung chaotischer Signale in die höher gelegenen Hörzentren des Zwischenhirns und Hörkortex, die als Tinnitus wahrgenommen werden.
Zentrale Tinnitus – Ursache
Als ein dritter Entstehungsmechanismus konnten Sensibilisierungsvorgänge im auditiven System identifiziert werden. Ähnlich wie der Tinnituswahrnehmung des Gesunden in der schalldichten Kammer, kommt es bei Tinnituspatienten zu einer gezielten Aufmerksamkeitslenkung auf ein meist als beidseitig hochfrequent wahrgenommenes Ohrgeräusch. Die Auslösung geschieht meist vor dem Hintergrund eines neurotischen Konflikts und kann bei negativer Bewertung und durch seelische Belastungssituationen zur psychosomatischen Komorbidität führen,
welche als kompensiertes bzw. dekompensiertes Tinnitusleiden klassifiziert wird.
Endolymphatische Tinnitus - Ursache
Der vierte Ursachenmechanismus ist die Störung der endolymphatischen Funktion mit ihrem bekanntesten Vertreter, dem Morbus Menière. So gut wir den Entstehungsort dieser Tinnitusform kennen, so wenig wissen wir über deren Ursachen. Dem anfallsartigen Rauschen liegt nach heutiger Vorstellung am ehesten eine autoimmunologische Störung im Endolymphraum mit osmotischer Druckerhöhung zugrunde.
Toxische Tinnitus - Ursache
Schließlich ist als Mechanismus der Tinnitusentstehung der toxische Einfluss von Medikamenten oder Giftstoffen bekannt. Sie verändern die Stoffwechselvorgänge in den Sinneszellen, Hörnerven oder im Gehirn selbst, was eine beidseitige hochfrequente Tinnituswahrnehmung zur Folge hat. Bei der hochakuten Otitis media kann diese auch einseitig sein. In wieweit chronische Intoxikationen beispielsweise mit Schwermetallen zur Ohrgeräuschentstehung beitragen muss derzeit noch als unklar bezeichnet werden.
An dieser Stelle wird klar, dass eine differenzierte Diagnostik mit dem Ziel der Klärung der konkret vorliegenden Tinnitus – Ursache die unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung darstellt. Dabei bedingt die Vielzahl von Tinnutusursachen als Minimalanforderung die Beteiligung der Fachdisziplinen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Zahnheilkunde und Orthopädie, zwanglos erweiterbar durch Allgemeinmedizin, Neurologie, Kieferorthopädie, psychosomatische Medizin, Sportwissenschaft und Bewegungslehre.
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